Warnung vor lebenden Urlaubssouvenirs!

Unter dem Motto „Im Käfig nach Deutschland“ berichtet der Zoll von einem Pfirsichköpfchen, das in Frankfurt bei seiner versuchten Einreise nach Deutschland gestoppt wurde:

Dabei handelt es sich um eine Papageienart, die zu den so genannten Unzertrennlichen gezählt wird.

Der Name erklärt sich durch die Paarbindung, die bei den kleinen Afrikanern extrem eng ist und meist ein Leben lang anhält, weswegen die Tiere auch „Liebesvögel“ genannt werden.

Zöllner in Aktion:

Zollbedienstete des Hauptzollamts in Frankfurt am Main, die Anfang Juli einen aus der Türkei kommenden Reisenden kontrollierten, fanden neben den üblichen Gepäckstücken auch einen einzelnen (!) dieser Vögel. Den führte der Mann in einem Käfig mit sich.

Da es sich bei dem Papageien um ein artengeschütztes Tier handelt, dessen Einfuhr in die Europäische Union besondere Genehmigungen erfordert (die der Reisende nicht besaß), wurde der Vogel durch die Zollbeamte fürs Erste beschlagnahmt.

Der Papagei ist nun, wie der Zoll weiter mitteilt, nach seiner Vorstellung bei den Amtstierärzten bei einem vertrauenswürdigen Züchter untergebracht und wird dort eine gewisse Quarantäne-Zeit absitzen. Und hoffentlich auch einen Partner finden, denn Kuscheln und gegenseitige Gefiederpflege ist für die „Lovebirds“ quasi ein Muss!

Vorsicht bei der Einfuhr von „Reiseandenken“:

In diesem Zusammenhang erinnert die „Aktion Tier – Menschen für Tiere“ daran, dass lebende Urlaubsmitbringsel ohnehin eine ganz schlechte Idee sind. Auch wenn das Angebot noch so verlockend ist. Denn immer wieder würden fliegende Händler den Touristen auch lebende Souvenirs oder Schildkröten-Eier anbieten:

Gerade Laien können dabei jedoch kaum beurteilen, ob es sich hier um geschützte Arten handelt, deren Einfuhr nach Deutschland verboten und / oder an strenge Auflagen geknüpft ist, warnt Diplom-Biologin Ursula Bauer und sieht den Ärger mit dem Zoll quasi vorprogrammiert.

Entdeckt der bei der Wiedereinreise nämlich illegale Souvenirs ohne Genehmigung, dann kann ein Bußgeld von mehreren hundert Euro pro verbotenem Mitbringsel die Folge sein: „Werden lebende Tiere oder Tierprodukte gefunden, die zu den streng geschützten Arten gehören, drohen den Urlaubern sogar bis zu fünf Jahre Haft oder Geldbußen von bis zu 50.000 Euro“, weiß Bauer.

Zudem werden die Tiere natürlich beschlagnahmt.

Exoten bleiben lieber zu Hause:

Denen geht es an ihren heimatlichen Stränden oder im Dschungel ohnehin besser, denn viele der geschmuggelten Schildkröten, Papageien und Schlangen überleben ihren Transport nicht. Zudem kurbelt nach Ansicht der Experten der Kauf von lebenden Tieren im Urlaubsland die Märkte weiter an.

Ein Urlauber, der in der vermeintlich guten Absicht, dem Tier zu helfen, dem Deal einwilligt, erreicht also letztendlich genau das Gegenteil. Denn so wittern die Händler ein Geschäft, und immer mehr Exoten werden in freier Natur gefangen.

Letztendlich hilft also, wie bei den Wühltisch- und Kofferraum-Hunden, allein ein konsequentes Missachten der Händler, da nur so, bei ausbleibender Nachfrage, das Geschäft abebbt und der Markt allmählich „austrocknet“!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *