Katzenhochzeit

Warum eine Haltung im Rudel keineswegs ideal ist!?

Unlängst hörte ich von einer Bekannten, die gleich sechs (!) Hunde von einer Venezuela-Reise mit zurück nach Polen gebracht hat. Vierbeiner, die nun dauerhaft bei ihr leben sollen …

Angesichts solcher Zahlen kann man sich schon fragen, wo die Grenze des Machbaren erreicht ist und ob eine Rudelhaltung wirklich ideal ist?
Natürlich wird, gerade bei Hunden, auch viel von den Lebensumständen abhängen, können auf einem einsam gelegenen Gehöft natürlich mehr und wehrhaftere Hausgenossen als in einer engen Eigentumswohnung angeschafft werden. Doch: „Liegt die Verantwortung für die Versorgung und Pflege vieler Tiere allein bei einer Einzelperson, können sehr schnell Probleme entstehen“, mahnt Ursula Bauer von der „Aktion Tier“ in Berlin.

Was ist, wenn Frauchen oder Herrchen ins Heim muss?

Tatsächlich sollten gerade Alleinstehende und ältere Menschen auch in Sachen Tierhaltung mit dem schlimmsten Fall rechnen. Denn wer kann oder wird sich im Fall eines Unfalls, bei einem Krankenhausaufenthalt oder gar dem Umzug in ein Pflegeheim um die Vierbeiner kümmern, fragen sich die Tierschützer und glauben, dass in der Hunde- oder Katzenhaltung weniger manchmal mehr ist:

„Mehr als zwei Katzen oder ein Hund sollten pro allein lebende Person nicht überschritten werden“, erklärt Bauer und verweist auf Fälle, wo – mal wieder -, Tier und Allgemeinheit die Zeche einer ausufernden und unüberlegten Tierhaltung gezahlt haben. Denn gerade alleinstehende Senioren wären, und das oftmals schon vor einem Notfall und Krankenhausaufenthalt, rasch mit zu großen Tierbeständen überfordert.

Katzen mögen Gesellschaft, aber zwei Tiere sollten dennoch reichen!

Doch leider werden die Tierschützer immer wieder mit viel zu großen Katzenbeständen konfrontiert, die nur teilweise geimpft, dafür jedoch unterernährt und nicht richtig gepflegt sind. Für Unterbringung und medizinische Versorgung, schon bei einem „simplen“ Floh- und Ohrmilbenbefall, laufen dann rasch Summen von mehreren tausend Euro auf, die von den Haltern selbst und deren Angehörigen nicht mehr aufgebracht werden.

Dennoch scheint der Trend nicht abzureißen. So berichtet die „Aktion Tier“ von allein lebenden Personen mit 10 und mehr Tieren. Vor allem Katzen würden häufig in zu hoher Anzahl gehalten. Das jedoch ist sträflicher Leichtsinn, selbst wenn die Samtpfoten – ohne Frage -, gerne Gesellschaft haben und liebend gerne zu zweit sind.

Wann kommt eine gesetzliche Regelung?

Leider gibt es, wie Bauer beklagt, weder ein Gesetz noch eine Verordnung, die festgelegt, wie viele Tiere jemand halten darf, so dass die Tierschützer an die Vernunft der Halter appellieren (müssen).

Weniger ist mehr, gilt gerade im Umgang mit lebenden Wesen: „Bei der Tierhaltung steht Qualität immer über Quantität“, mahnt die Aktion Tier und erinnert daran, dass einzelne Tiere einfach besser versorgt und in einem Notfall auch schneller vermittelt werden können.
Zudem gibt es Tiere, die sich in zu großen Rudeln schlichtweg unwohl fühlen. So erzählte mir mal ein Airedale Züchter, dass er eine seiner Lieblingshündinnen, die eigentlich in der Familie nach Ende ihrer Zuchtkarriere alt werden sollte, dennoch schweren Herzens abgab.
Die nämlich war ein typischer Einmann-Hund und tat sich mit dem Rudel und damit, die Zuneigung ihres Menschen teilen zu müssen, sichtlich schwer. Ein Hund, der erst so richtig aufblühte, nachdem die ganze Liebe der neuen Halter nur noch ihm (bzw. ihr, denn es war ja ein weibliche Tier) allein gehört hat.

Immer wieder treffen Tierschützer bei überforderten Haltern auf viel zu große Katzenrudel, die sich, zumal dann, wenn die meisten Tiere nicht kastriert sind, leicht unkontrolliert weiter vermehren!

Foto: Peter Hoffmann

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