Herbstlaub im Detail 1

Warum es in unseren Wäldern und Parks nun langsam bunt wird!?

„Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder, und der Herbst beginnt!“ So heißt es in einem alten Volkslied, und tatsächlich verzaubert uns Mutter Natur nun noch einmal mit ihren Farben …

Doch warum färben sich Bäume und Hecken bunt, und wo kommen sie her, all diese Farben, die sich bis dato vor uns versteckt haben?

Die Natur bereitet sich auf die winterliche Kältewelle vor:

Nun, biologisch betrachtet, gleicht eine tief verschneite Landschaft mit ihrem knüppelhart gefrorenen Boden einer Wüste. Selbst die Bäume mit ihrem weitreichenden Wurzelsystem können dann kaum noch Feuchtigkeit aufnehmen. Und würden verdursten, sollte an ihrem Blattwerk weiterhin Wasser verdunsten.

Kein Baum oder Strauch hat daher eine Wahl: Er muss sich von seinen Blättern trennen, um nicht während der Wintermonate zu verdorren!

Eine Ausnahme bilden hier lediglich die Nadelbäume, deren eingerollte Blättchen besser vor Verdunstung geschützt sind …

Die Farben waren immer da!

… so ganz neu sind auch die Farben nicht, die nun von uns entdeckt werden. Denn all die Gelbtöne, die wir nun im Blattwerk ausmachen, sind bereits während des Sommers vorhanden. Freilich sind diese so genannten Karotinoide während der warmen Jahreszeit durch die grünen Blattfarbstoffe, das Chlorophyll, verdeckt worden.

Das wird nun abgebaut und als Reservestoff im Holz und in den Wurzeln gelagert. Dadurch beginnen die Blätter, nahezu automatisch, gelb zu leuchten. Rot färbt sich das Laub dagegen durch so genannte Anthozyane, die erst jetzt, ganz neu, synthetisiert werden.

Später am Boden beginnen dann die Zersetzungsprozesse und färben sich die Blätter braun. Freilich haben sie auch dann noch eine wichtige Aufgabe, da viele Kleintiere in dieser Laubschicht leben.

Laub ist ein wertvolles Naturprodukt:

Zudem schützt die Laubschicht, die oft bis ins nächste Jahr erhalten bleibt oder den Waldboden gar ganzjährige bedeckt, vor Erosion, Austrocknung und Temperaturschwankungen, hält die Bäume und Sträucher also quasi warm.

Das gilt auch für den heimischen Garten: „Laub bedeutet Leben“, mahnt daher der NABU Odenwaldkreis und macht darauf aufmerksam, dass in einem Laubhaufen zahlreiche Gartennützlinge überwintern: „Eine weitere nützliche Eigenschaft von Laub ist der gute Frostschutz, den es bietet. Legen Sie es auf Ihre Staudenbeete aus und Ihre Pflanzen werden es ihnen danken!“

Übrigens behalten auch Nadelbäume ihre Blätter nicht ewig, sondern werfen diese nach ca. 2 bis 3 Jahren ab. Ein Blattwechsel, der sukzessive erfolgt und daher nicht so sehr ins Auge fällt wie der herbstliche Laubabfall, durch den unsere Jahreszeiten geprägt werden.

Auslöser für den herbstlichen Laubabfall ist die abnehmende Tageslänge. Dabei entsteht ein tolles Farbenspiel, das gerade in Nahaufnahmen zur Geltung kommt und von dem Hobbyfotografen alljährlich fasziniert sind.

Die Laubschicht ist für viele Tiere überlebenswichtig und bietet nicht nur Hummeln, Asseln und Würmern ein schützendes Quartier. Denn hoch aufgeschichtete Laubhaufen werden sogar von Igeln bewohnt!

Fotos: Peter Hoffmann

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