Feuerwehr Voelklingen Bergen Verletzter

Warum Grillen nicht ohne Gefahr ist?

Tatütata – die Feuerwehr ist da!“ Was im Kinderlied noch lustig klingt, hat in der Realität keinerlei Reiz. Doch gerade jetzt, im Sommer, müssen die Retter immer wieder ausrücken, weil ein Grillvergnügen, das gut gelaunt begann, zu einem Alptraum mutiert ist

Tatsächlich gibt es Regionen in Deutschland, die für ihren Schwenk- oder Schaukelbraten nahezu legendär sind. Etwa das Saarland, wo Grillen ein Volksport ist und für einen guten und formschönen Schwenkgrill ähnliche Summern wie andernorts in Rattanmöbel investiert werden:

Vorsicht beim Anzünden!

Freilich weist der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein darauf hin, dass Grillen und Schwenken nicht ohne Gefahr sind. Denn gerade beim Anfeuern werden oftmals Fehler gemacht, die im wahrsten Wortsinn brandgefährlich sind.

Und auch ein Grill, der schlecht platziert ist, kann vor allem für Kinder und Haustiere zu einer tödlichen Gefahr werden. Der Grill mit seiner heißen Glut sollte daher standsicher und abseits des Kinder- und Gartentrubels platziert werden!

Funkenflug wird zur Gefahr:

Tatsächlich berichten und wissen die Retter sogar von Todesfällen im Zusammenhang mit einer Grillparty, die zunächst noch unbeschwert begann … Auch die Versicherung der Sparkasse warnt daher vor den Risiken, mit denen das Grillvergnügen verknüpft ist.

Denn wer die Glut mit (s) einem Föhn entfacht, riskiert einen gefährlichen Funkenflug und Brandnester beim Nachbarn oder im eigenen Garten.

Gänzlich tabu sind „Brandbeschleuniger“ wie Benzin oder Spiritus, die sich explosionsartig entzünden können. Wenn überhaupt, sollten daher ausschließlich sicherheitsüberprüfte Grillanzünder genutzt werden!

Drohen auch gesundheitliche Folgen?

Zudem kann, wie einige Experten befürchten, auch das Grillgut selbst zu einer gesundheitlichen Gefahr werden. So sieht das Deutsche Krebsforschungszentrum zwar noch Klärungsbedarf, geht jedoch davon aus, dass beim Grillen über offener Flamme krebserregende Stoffe entstehen.
„Lassen Sie das Fleisch nicht zu dunkel werden und braten es nicht zu scharf an“, rät daher die BKK24, während sich die Zeit fragt, ob sich Deutschland allmählich krank grillt.

Was sagt der Gesetzgeber?

Dabei gehen die Zeit-Autoren davon aus, dass die Faszination des Grillens quasi mit unserer Herkunft und unseren Genen verknüpft ist. Schließlich haben wir es hier, beim offenen Feuer, mit einer besonders archaischen Form des Kochens zu tun, von der nicht nur Kinder fasziniert sind. Freilich kann durch ein zu intensives und unbedachtes Grillvergnügen auch Streit mit den Nachbarn geschürt werden.

Daher weist die Berliner Stadtverwaltung darauf hin, dass Grillen auf dem Balkon zwar grundsätzlich erlaubt ist. Jedoch nur dann, wenn die übrigen Hausbewohner dadurch nicht übermäßig belästigt werden: „Aus dem allgemeingültigen Gebot der Rücksichtnahme ergibt es sich, dass während der Grillsaison allenfalls zweimal im Monat auf dem Balkon gegrillt werden darf!“

Hier ist es zwar nur eine Übung und der Verletzte aus Plastik. Doch aus einem heiteren Grillvergnügen kann rasch Ernst werden. Vorsicht steht daher an erster Stelle!

Foto: Peter Hoffmann

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