Igel im Herbstlaub

Was wir nun im Herbst für den Igel tun können!?

Die meisten Menschen mögen den Igel, und dennoch tun wir viel zu wenig dafür, dass sich die kleinen Säugetiere in unseren Gärten und Parks auch wohl fühlen …

Ein Dilemma, das nicht zuletzt mit der deutschen Ordnungsliebe und dem Boom exotischer Gehölze in unseren Schreber- und Hausgärten zu tun hat:

Ordnungsliebe contra Naturschutz?

„Naturnahe Gärten sind der beste Igelschutz“, plädiert  (http://www.nabu.de/oekologischleben/balkonundgarten/naturschutztipps/00755.html) daher der Naturschutzbund NABU dafür, ein wenig Unordnung im Garten zuzulassen und dem nützlichen Igel unter Laub- und Reisighaufen oder in Erdmulden ein Quartier zu bieten.

Dies ist, wie die Tierschutzorganisation Tasso ergänzt, umso wichtiger, weil drei Viertel aller Igelbabys im August und September zur Welt kommen und demzufolge nun viele kleine Igel unterwegs sind.

Gerade die müssen sich, vor Beginn der Frostperiode, noch ein ausreichendes Fettpolster anfuttern, weswegen auch das passende Futter nun sehr begehrt ist.

Wie sieht Igels Lieblingsspeise aus?

Das besteht zum einen aus allerhand Wurzeln und Früchten. Dennoch werden Igel zu den Insektenfressern gezählt, da auch Wirbellose und Schnecken mit Vorliebe verspeist werden.

Igel gelten daher als Nützlinge im heimischen Garten und sollten gezielt gefördert, statt ausgegrenzt werden.

Leider jedoch ist gerade das Gegenteil der Fall, da viele der blickdichten und engmaschig eingezäunten Gärten die Stachelträger schlichtweg aussperren.

Mehr Igelkomfort im eigenen Garten:

Auch viele Gartenteiche werden zu einer Todesfalle, weswegen echte Tierfreunde dem Igel und anderen Kleintieren hier eine Ausstiegshilfe anbieten:

„Wenn die Nahrungstiere der Igel seltener werden, und Sie einen Igel im Garten haben, können Sie auch zufüttern“, erklärt (https://www.tasso.net/Service/Presse/Pressemeldungen) Tasso. Tatsächlich kann es gerade jetzt, im Herbst, lebenswichtig sein, kleine Igel noch ein wenig zu päppeln.

Denn die benötigen mindestens 500 Gramm Körpergewicht, um den Winter sicher zu überstehen. Und nur, so lange die Temperaturen noch deutlich über dem Gefrierpunkt liegen, haben die jungen Stacheltiere noch Gelegenheit, dick und fit zu werden:

„Für die Fütterung von Igeln gibt es im Fachhandel ein spezielles Igelfutter“, weiß Philip Mc Creight. Gute Alternativen sind, Tasso zufolge, aber auch Katzenfeuchtfutter, das mit Haferflocken vermischt wird. Auch ungewürztes gegartes Rührei und Hackfleisch sei sehr zu empfehlen.

„Zum Trinken bieten Sie frisches Wasser an, aber keine Milch, die vertragen Igel nämlich nicht“, räumt Dr. Anette Fach mit einem weit verbreiteten Vorurteil auf.

Nicht jeder Igel braucht unsere Hilfe!

Dabei ist den Tierschützern jedoch besonders wichtig, dass nicht sogleich jedes Igelkind angefasst und eingepackt wird.

Leider jedoch ist häufig das Gegenteil der Fall und setzt gerade jetzt, mit Beginn der kalten Jahreszeit, eine regelreche „Igeljagd“ ein.

Echte Tierfreunde sollten den jungen Igel dagegen lieber einmal eine Zeit lang beobachten, rät Tasso. So nämlich lässt sich leicht herauszufinden, ob das Tier wirklich auf menschliche Hilfe angewiesen ist. Zumal auch der Gesetzgeber ein Auge darauf hat, dass ausschließlich hilfsbedürftige Igel mitgenommen und sachgerecht gesund gepflegt werden: „Hierfür sollte sich der Finder Hilfe holen, indem er eine Igelstation (beispielsweise unter www.pro-igel.de), ein Tierheim oder einen Tierarzt kontaktiert“, rät die Tierschutzorganisation Tasso vor allzu viel Eigeninitiative ab.

Anzeichen, dass das Stacheltier wirklich Hilfe braucht, sind ein eher kläglicher Eindruck; auch Igel, die sich beim Kontakt mit Menschen oder Hunden nicht sofort zusammenrollen, haben meist ein Problem und sind dann auch wirklich auf Hilfe angewiesen.

Die besteht, wie oben beschrieben, in einer fachgerechten Unterbringung und darin, dass die Tiere spätestens im kommenden Frühjahr wieder ausgesetzt werden. Denn Igel sind Einzelgänger und keine Haus- und Kuscheltiere.

Moderne Gartengeräte bringen Igel in Gefahr!

Übrigens sollten alle Tierfreunde auf den Einsatz von Laubsaugern verzichten, da die – neben dem Laub -, auch die Beutetiere der Igel oder gar die Igelbabys selbst aufsaugen. Manche sind zudem mit einer Häckselvorrichtung gekoppelt, so dass unzählige Kleintiere im Schredder der Laubsauger einen grausamen Tod finden.

Gute Gründe also, auf die brüllenden und fauchenden Ungetüme zu verzichten, zumal auch viele Nachbarn zwischenzeitlich von dem Lärm sichtlich genervt sind

Igel lieben im Garte Laub- und Komposthaufen, dazu heimische Gehölze mit einer dichten Krautschicht, generell Ecken, die weniger aufgeräumt sind!

Foto: Peter Hoffmann

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