Wer rettet den König der Tiere?

Er gilt als der König der Tiere … dennoch ist es so, dass wir Menschen nach wie vor reichlich respektlos mit den letzten Löwen umgehen.

Ein Tier, das ursprünglich sogar einmal in Griechenland gelebt hat und heute zu den „Big Five“ der afrikanischen Wildnis gezählt wird:

Die Löwen und ihr Lebensraum schwinden!

„In alte Zeiten lebten die Löwen in allen Teilen Afrikas, im westlichen Asien und sogar in Griechenland“, schrieb der bekannte Naturfilmer Heinz Sielmann in „Könige im Tierreich“ und erinnert dabei auch an Sagen und Legenden, die sich um den Löwen ranken. Etwa die vom Löwenbändiger Herkules … glorreiche Zeiten, die heute längst vorbei sind.

Denn der Verlust ihrer Lebensräume, der gleichzeitige Rückgang von Beutetieren und nicht zuletzt die Trophäenjagd haben Löwen in freier Wildbahn längst an den Rand des Aussterbens gebracht.

Vom König der Wildnis zum Gefangenen in menschlicher Obhut?

Tatsächlich sprechen die Zahlen eine grausame und ungeschminkte Sprache. Gab es vor 30 Jahren noch geschätzte 100.000 Löwen in Afrika, ist deren Bestand nach Auskunft der Weltnaturschutzunion (IUCN) längst auf weniger als 20.000 Exemplare geschrumpft: „Gleichzeitig steigt die Zahl der in Gefangenschaft lebenden Zuchtlöwen stetig an“, beklagt die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN und prangert damit die so genannte „Löwenindustrie“ an, die vor allem in Südafrika ein gleichermaßen einträgliches wie brutales Geschäft ist.

Denn hier sollen bereits heute auf etwa 200 Farmen bis zu 6.000 Zuchtlöwen leben. Tendenz steigend!

Ein Geschäft und ein Tierleid, das auch Prominente und Schauspieler nicht kalt lässt. Am 7. Juli 2015 berichtete daher auch das ZDF im Rahmen der preisgekrönten Tierdoku-Reihe „Hannes Jaenicke: Im Einsatz für…“ über diese Thematik.

Dazu war der beliebte Schauspieler und engagierte Tierschützer zusammen mit (s) einem Filmteam in Afrika unterwegs und besuchte unter anderem das von VIER PFOTEN geführte Großkatzenrefugium LIONSROCK, um so wachzurütteln und auf das traurige Schicksal moderner Löwen aufmerksam zu machen.

Hannes Jaenicke setzt sich ein:

Dazu der Schauspieler: „Zunächst werden die Löwen als Babys in Streichelzoos angeboten, wo man für Geld die Tiere streicheln und ein Foto machen darf. Und sobald sie zu groß zum Streicheln sind, werden sie für die Jagd freigegeben!“

Gatterjagd heißt dabei die Devise … ein nahezu fabrikmäßig aufgezogenes Abschlachten, das mit echter Jagd und tiergerechtem Waidwerk (falls es das denn überhaupt gibt) rein gar nichts mehr zu tun hat. Denn die Löwen kommen dazu auf so genannte Jagdfarmen.

Die sind komplett eingezäunt, und dann dürfen Hobbyjäger dort die Tiere aus kurzen Distanzen und ohne jegliche Mühe abknallen. Das sei in etwa so schwer ist, wie ein Garagentor zu erschießen, ereifern sich VIER PFOTEN und Jaenicke  gegen dieses grausame Geschäft mit den Zuchtlöwen.

Die Tierschützer möchten daher solche Gatterjagden am liebsten ganz verbieten und setzen dabei auch und gerade auf die Aufklärung von Touristen und Reiseanbietern.

Denn die bringen das Geld und die Devisen ins Land. Dazu Thomas Pietsch, Wildtierexperte bei VIER PFOTEN:

„Wir freuen uns, dass auch Hannes Jaenicke den Menschen das traurige Schicksal der afrikanischen Zuchtlöwen nahebringt und hoffen, dass so viele wie möglich uns dabei unterstützen, ein gesetzliches Verbot der Gatterjagd zu erreichen.“

Denn gerade die Urlauber könnten helfen, dem Leid der Löwen ein Ende zu setzen: „Wer als Tourist nach Südafrika kommt, sollte definitiv jeglichen direkten Kontakt mit Löwen meiden. Also, wenn ein Anbieter sagt: „Sie können hier Löwen streicheln“, bitte nicht hingehen“, mahnt Hannes Jaenicke.

Zudem sollte nur in jenen Lodges ein Urlaub gebucht werden, die garantiert keinen Jagdtourismus anbieten. Denn es sei doch ein viel faszinierendes Erlebnis, wildlebende Löwen in großen Schutzgebieten zu beobachten, in denen nicht gejagt wird, macht Thomas Pietsch Lust auf einen sanften und tierschutzkonformen Tourismus.

Vor der Reise nach Südafrika?

Das Auswärtige Amt rät übrigens gerade Rucksacktouristen dazu, stets auf sichere Unterkünfte zu achten und die einschlägigen Reiseführer zu studieren: „Bei Ausflügen in öffentlich zugängliche Naturflächen und Parks und zu bekannten Sehenswürdigkeiten Südafrikas sollte man auch keine einsam gelegenen Wanderwege nutzen und unbelebte Gegenden meiden!“ Denn die Gefahr, Opfer eines Überfalls zu werden, sei durchaus gegeben und Ernst zu nehmen.

Um das Risiko von Überfällen zu verringern, sollte man Ausflüge nur in Gruppen unternehmen, raten die Diplomaten im Außenamt abschließend.

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