Phalaenopsis auf der Fensterbank

Wie entstehen bessere Tier- und Pflanzenfotos?

Ohne Frage ist es so, dass die Art und Weise, wie wir fotografieren, in der jüngsten Vergangenheit manch Revolution erlebt hat …

Denn längst ist das Familienfoto ab Stativ und per Selbstauslöser durch das so genannte Selfie, das mit dem auf Armeslänge von sich gestreckten Smartphone geknipst wird, verdrängt worden:

Tierportraits und Pflanzenfotos kommen nie aus der Mode!

Andere hingegen fotografieren heute sogar ihr Essen, stellen Kuchenkreationen und Gerichte auf den entsprechenden Seiten ein und teilen damit quasi ihren Genuss und ihr Geschmackserlebnis mit anderen Usern.

Ein nahezu unerschöpflicher Quell für spannende Motive sind und bleiben aber unsere Haustiere und der eigene Garten. So gesehen wundert es wenig, dass unlängst auch VOX mit seinem Haustiermagazin „hundkatzemaus“ nach dem Weg zum perfekten Foto gefragt hat. Dabei vermittelte Starfotografin Regine Heuser einfache Tricks für die eigenen vier Wände, so dass am Ende des Workshops auch Moderatorin Diana Eichhorn ihren eigenen Kater Smudo mit wenig Aufwand perfekt in Szene gesetzt hat:

Der Hintergrund muss stimmen!

Kein Vergleich zu den ersten Probeaufnahmen, bei denen vor allem der unruhige Hintergrund gestört hatte. Der ist, gerade in beengten Wohnungen, ein permanentes Problem, weswegen Regine Heuser in der Sendung eine Decke als neutralen Bildhintergrund genutzt hat.

Doch auch das Sofa oder der Sessel können die Bildaussage völlig auf das Tier konzentrieren. Hier hat man zudem den Vorteil, dass die Position des Hundes oder der Katze ein wenig erhöht ist.

Ansonsten legen sich Tier- oder Kinderfotografen auch mal auf den Bauch. Denn nur so, aus der so genannten Frosch-Perspektive, bei der sich die Kamera auf einer Ebene mit dem Motiv befindet, entstehen jene eindrucksvollen Bilder, die wir aus Dokumentationen und Büchern gewöhnt sind.

Das gilt übrigens auch für Pflanzenfotos und Blütenportraits. Denn auch hier kann in den seltensten Fällen der Blick von schräg oben überzeugen. Wer sich dagegen auf den Bauch legt und damit den Standpunkt eines Kleintieres einnimmt, enthüllt intime und ganz besondere Einblicke in das Wiesenleben, an denen sich die Zuschauer so schnell nicht satt sehen!

Zurück in die Wohnung:

Doch lasst uns von hier, von der blühenden Sommerwiese oder den Rabatten mit den Osterglocken, nochmal ins heimische Wohnzimmer zurückkehren.

Denn hier können auch Orchideen und andere Zierpflanzen in Szene gesetzt werden. Entweder auf der Fensterbank und mit einem malerischen Blick in den Garten; oder aber, so wie es VOX und Heuser gezeigt haben, vor einem monochromen Hintergrund, wozu zum Beispiel farbige Bastelkartons in Betracht kommen.

Da gerade bei Nahaufnahmen oftmals die Schärfentiefe ein Problem ist, kann es Sinn machen, wenn Blüten ab Stativ fotografiert wird. Am besten werden einige Vergleichsfotos mit unterschiedlichen Blendeneinstellungen gefertigt und dann jenes ausgewählt, bei dem die Blüte selbst gestochen scharf im Bild ist, während der Hintergrund in der gewünschten Art und Weise „verschwimmt“ und damit nicht weiter vom Hauptmotiv ablenkt.

In Wald und Flur:

Natürlich können unsere Lieblinge, zumal Hunde, auch draußen in Wald und Flur fotografiert werden. Gerne beim Spiel, wo wir auf kurze Verschlusszeiten achten, die rasante Bewegungsläufe gestochen scharf „einfrieren“.

Mehr gestalterische Freiheit haben wir, wenn ein Hund sitzend oder liegend, inmitten einer blühenden Wiese oder auf einem Baumstumpf, porträtiert wird. Auch dabei können wir dann mit den Blendenwerten spielen und dafür Sorge tragen, dass sich die Hauptbildaussage auf das Tier konzentriert, während die Umgebung nur unscharf und angedeutet zu sehen ist.

Vor allem Teleobjektive neigen dazu, die Bildaussage auf das eigentliche Motiv zu „verdichten“, während die Umgebung mehr oder minder verschwimmt, so dass Optiken ab 90 mm Brennweite aufwärts übrigens auch gerne von Portrait- und Hochzeitsfotografen benutzt werden.

Also entdecken Sie die Möglichkeiten Ihrer Fotoausrüstung und lassen sich vielleicht auch von unserer kleinen Galerie inspirieren!

Der junge Pudel weiß die Gemütlichkeit des Sofas zu schätzen, während der Fotograf und seine Bildausbeute davon profitieren, dass kein störender Hintergrund zu sehn ist!

Auch draußen, beim Spaziergang im Wald, entstehen tolle Fotos.

Blüten, wie diese Osterglocken, fotografiert man in Augenhöhe und am besten auch ab Stativ!

Der Hintergrund sollte so weit verschwimmen, dass der Blick des Betrachters voll auf die prächtigen Orchideenblüten konzentriert ist!

Auch bei Hochzeits- und Kommunionbildern helfen längere Brennweiten und enge Ausschnitte dabei, die Bildaussage völlig auf das eigentliche Motiv zu konzentrieren.

Fotos: Peter Hoffmann

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