City Biathlon 2007 uebertragungshubschrauber

Wie viel Lärm können wir noch ertragen?

„Lärm über Saint-Tropez“, titelte die Süddeutsche Zeitung, weil sich die Reichen und Schönen nicht etwa im Stau einreihen, sondern vielmehr – getreu dem Motto „knattern und klotzen“ – mit einem Helikopter zu ihrem Ferienhaus chauffiert werden …

Ja, der Hubschrauberlärm nerve die einheimische Bevölkerung wie auch die anderen Gäste, bestätigt auch Focus Online, während die Badische Zeitung sogar von einer „Hölle über Saint-Tropez“ spricht:

Eine Gefahr für die Gesundheit!

Und ohne Frage: Lärm kann uns krank machen.
Das jedenfalls bestätigt die Weltgesundheitsorganisation WHO und befürchtet Migräne, Bluthochdruck und andere Herz-Kreislaufprobleme, die unweigerlich mit einer permanenten Lärmbeschallung einhergehen. Und natürlich können auch das Ohr selbst und der Hörsinn leiden.

Daher können auch häufige Discobesuche und zu laute Musik ein ernstes Problem sein. Immerhin geht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung davon aus, dass heute bereits rund 25 Prozent aller jungen Erwachsenen aufgrund ihrer Musikhörgewohnheiten irreversible Schäden am Gehör haben: „Lärmfolgen gehören damit durchaus zu den Umwelt- und Gesundheitsschäden!“

Eine kuriose Erkenntnis:

Selbst das Polit-Magazin Spiegel befasste sich daher mit dieser Thematik und geht davon aus, dass uns Lärm zumindest Ärger und Stress macht. Flughafenanwohner würden zum Beispiel überproportional häufig an Herzkrankheiten leiden. Die Spiegel-Autoren bezeichnen Stille und Ruhe, zumal in unseren modernen, hektischen Zeiten, daher als echten Luxus.

Tatsächlich gibt es eine recht interessante Untersuchung, die zeigt, wie sehr wir heute auf einen permanenten Geräuschpegel fixiert sind. Denn es ist erwiesen, dass Wanderer häufig auch mit der Stille des Waldes und dem Zwitschern der Vögel ein Problem haben. Das mag fürs Erste kurios und unglaubwürdig klingen. Doch tatsächlich fürchten viele, sich zu verirren, sobald die Geräusche des Straßenlärms verebbt sind und um uns herum nur noch die Stille und die Geräusche der Natur sind!

Psychische und körperliche Probleme:

Doch auch der Lärm macht uns modernen Menschen krank. Die Welt sprach hierbei sogar schon mal von einer Gesundheitsgefahr, die geradezu „brutal“ ist. Und Depressionen und psychische Probleme nach sich zieht.

Die Techniker Krankenkasse will daher dem Lärm den Kampf ansagen. Denn jede Dauerbelastung, egal ob laute Musik, Verkehrs- oder Fluglärm, schade dem Gehör. Und das spätestens dann, wenn ein Schallpegel von 80 Dezibel (dB) erreicht wird: „Ist der Schall sehr intensiv, wie bei einem Silvester-Knaller oder einem Düsenmotor, kann bereits eine einmalige Einwirkung ein akutes Schalltrauma bewirken!“

Die Experten der TK sehen daher auch den Musikgenuss vieler Zeitgenossen durchaus kritisch. Denn auch bei vielen Rock- und Open-Air Konzerten könne es so laut wie beim Start eines Flugzeugs werden. Bleibende Schäden nicht ausgeschlossen!

Politiker reagieren:

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Berlin plädiert daher, gerade in Clubs und Discotheken, für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Lautstärkeregler. Schließlich würden Musikhören und Tanzen doch zu jenen Dingen gehören, die allen Spaß machen sollen. Mittlerweile würden allerdings so hohe Lautstärken erreicht, dass die Grenzen zur Gehörgefährdung – wie auch die Zumutbarkeit für die Nachbarschaft – oftmals überschritten sind:

So haben Messungen in Berliner Clubs und Diskotheken auf der Tanzfläche Musikschallpegel zwischen 92 und 110 dB ergeben; in Lautsprechernähe wurden nicht selten mehr als 120 dB gemessen. Und „diese Lautstärke kann bei häufiger Einwirkung zu unheilbaren Innenohrschäden führen!“

Kein Wunder also, dass ein Leben in Nähe der Party- und Kneipenszene für viele Immobilienkäufer heute nicht mehr in Betracht kommt. Tatsächlich sieht das Institut für Bodenmanagement im Lärm einen durchaus wertbeeinflussenden Faktor. Übermäßiger Lärm dämpfe den Wert einer jeden Immobilie, denn „wer es sich leisten kann, zieht weg!“

Auch Helikopter können einen gehörigen Lärm machen und die Anwohner nerven!

Foto: Peter Hoffmann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *