Wie viele Bewohner kann unsere Erde ertragen?

Bereits in „Kein Platz für wilde Tiere“ ist von Bernhard Grzimek, dem streitbaren Naturschützer und Direktor des Frankfurter Zoos, die „krebsartige Wucherung“ der Menschheit beklagt worden:

Zu jenen Zeiten, als an den Ufern des Nils die Pharaonen regiert haben, hätte die Menschheit noch 3.000 Jahre gebraucht, um ihre Kopfzahl auf Erden um 10 Millionen zu vermehren, „heute sind dazu nur noch knapp zwei Monate nötig!“

Sind wir Menschen zu fruchtbar?

Tatsächlich ist das Bevölkerungswachstum heute in aller Munde, so dass sich unlängst auch die Süddeutsche Zeitung mit dieser Thematik befasst hat. Schließlich prognostiziert eine UN-Studie wachsende Menschheitszahlen und könnte in Zukunft durchaus die 12 Milliarden-Grenze erreicht werden.

Oben genannte Studie warnt angesichts derartiger Zahlen vor dramatischen Auswirkungen, und auch Afrika-Forscher und Naturschützer Grzimek gab zu bedenken, dass nur 2 Prozent (!) der Erdoberfläche als Äcker und für Gemüsekulturen urbar gemacht werden könnten.

Wo also soll das alles hinführen, wenn schon zu Grzimes Zeiten Millionen an Hunger starben?

Wird es auf der Erde bald eng?

Auch die Welt spricht daher von einer regelrechten Bevölkerungsexplosion und knapper werdenden Ressourcen. Von Zahlen, die Sorge machen. Von einer Entwicklung, die vermutlich mit allerhand Problemen, dem Kampf um Rohstoffe und Trinkwasser sowie viel Elend verknüpft ist.

Bekanntlich argwöhnte ja bereits Boutros Boutros-Ghali, der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, dass die Kriege der Zukunft weniger um politischen Einfluss denn genießbares Trinkwasser und andere überlebenswichtige Faktoren geführt werden!

Was sagen und tun unsere Politiker

„Angesichts der bis 2050 auf über 9 Milliarden Menschen wachsenden Weltbevölkerung kann nur der nachhaltige Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen die Ernährung heutiger und kommender Generationen sichern“, glaubt in diesem Zusammenhang Bundesernährungsminister Christian Schmidt.

Oberstes Ziel sei es daher, Verluste und die Verschwendung von Lebensmitteln zu minimieren, „weil so gleichzeitig nennenswerte Mengen an Wasser, Energie und Treibhausgasen eingespart werden.“ Denn ohne Frage ist die ständig wachsende Weltbevölkerung auch für das Klima ein derbes Problem.

Vor dem Treffen der Agrarminister in Paris hatte Schmidt das Deutsch-Chinesische Agrarzentrum in Peking und ein Agrartrainingszentrum in Sambia eröffnet. In den Demonstrationsvorhaben des Ministerium geht es darum, vor Ort Wissen zu vermitteln und nachhaltige Produktionsprozesse zu organisieren; zudem zielt das BMEL in einem so genannten Bilateralen Kooperationsprogramm darauf ab, Regierungen und Selbstorganisationsstrukturen in Fragen der zukunftsfähigen und nachhaltigen Agrarwirtschaft zu beraten.

Denn „so ein Hungertod ist schmerzhaft und dauert oft Monate“, beklagte Grzimek. Pest und Cholera seien da fast „gnädiger“!

Wie können wir die Menschheit vernünftig ernähren?

Bereits bei der großen Ministerkonferenz „Global Forum for Food and Agriculture“ im Januar in Berlin hatte sich Schmidt daher, zusammen mit über 60 Ministerkollegen, auf die Notwendigkeit von nachhaltigen und vielfältigen Agrar- und Ernährungssystemen sowie nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktionsverfahren verständigt. Denn wir werden uns wohl auch weiter und ungebremst vermehren. Vor allem in Ländern wie Afrika, wo die Welt 2050 bis zu 2 Milliarden Menschen sieht.

Eine Verdoppelung, die auch mit mangelnder Verhütung zu tun hat. Wie auch damit, dass hier Großfamilien und ein reicher Kindersegen aus kulturellen Gründen wie auch zur Altersvorsorge zum guten Ton gehören und quasi gewollt sind.

3sat.de propagiert dagegen auch in Afrika die Kleinfamilie als Zukunftsmodell. Und auch die Kirche scheint ihre ablehnende Haltung gegenüber Verhütungsmethoden allmählich zu überdenken.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Denn „auch im Jahr 2015 werden 233 Millionen Frauen keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln haben“, beklagte der Berufsverband der Frauenärzte bereits im Vorfeld. Ein Ende des Bevölkerungswachstums scheint daher so schnell nicht in Sicht!

 

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